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Anne Frank Tagebuch

Foto Anne Frank Tagebuch

Wer war Anne Frank?

Anne Frank wurde 1929 in Frankfurt geboren. Da ihre Eltern jüdischer Herkunft waren, flüchtete die Familie 1933 nach Amsterdam. Als die Situation für Juden nach der Besetzung durch die Wehrmacht auch in Amsterdam gefährlich wurde, versteckte sich die Familie ab 1942 in einem Hinterhaus. Dort lebten Sie zwei Jahre auf engstem Raum mit Bekannten, bis Sie 1944 verraten und deportiert wurden. Anne Frank starb 1945 im KZ Bergen-Belsen. Sie führte ab Ihrem 13. Geburtstag, zu dem sie ihr erstes Tagebuch geschenkt bekommen hat, Tagebuch. Die Helfer, die die Familie beim Untertauchen und in der Zeit des Versteckens unterstützten, konnten ihre Tagebücher retten. Ihr Vater, der als einziger die Deportation und die Zeit im KZ überlebt hat, hat diese dann – aus Respekt und zum Schutz der Schicksalsgenossen – in einer gekürzten Fassung veröffentlicht. Nach seinem Tod wurden die Tagebücher komplett veröffentlicht.

Warum empfehle ich das Tagebuch von Anne Frank?

Das Tagebuch von Anne Frank zeigt, wie das Leben für Juden im Dritten Reich war und welchen Repressalien sie unterworfen waren. Es ist daher ein wichtiges Zeitzeugen-Dokument zum Holocaust. Abgesehen davon finde ich, dass es nochmal doppelt erschreckend, berührend und traurig ist, weil Anne noch ein Kind war. Man stellt sich immer wieder die Frage, was aus ihr geworden wäre, wenn sie den Holocaust überlebt hätte. Wäre sie tatsächlich Schriftstellerin geworden? Und hätten wir dann noch mehr Bücher von ihr lesen können? Ein Talent zum Schreiben hatte sie alle mal.

Anne-Frank-Tagebuch

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Gibt es auch eine Biografie über Anne Frank für Kinder?

Das Tagebuch von Anne Frank ist eher für Jugendliche geeignet, für jüngere Kinder ist es zu viel Text. Es gibt aber seit kurzem eine tolle Biografie für Kinder „Alles über Anne – das Leben von Anne Frank“ von Menno Metselaar und Piet van Ledden, das im Carlsen-Verlag erschienen ist. Empfohlen wird es vom Verlag ab 10 Jahren. Mit den vielen Infografiken und Bildern finde ich eignet es sich auch für Erwachsene, die einen Überblick und weiteren Einblick erhalten wollen und vielleicht schon das Tagebuch gelesen haben.

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Neuigkeiten zum Tagebuch von Anne Frank:

Verfilmung

Das Buch wurde mehrfach verfilmt zuletzt als deutsche Verfilmung und kam im Frühjahr 2016 in die deutschen Kinos. Ich gehe hier im speziellen auf diese Verfilmung ein, da ich sie am gelungensten finde. Anne Frank wird von Lea van Acken gespielt, die bis hin zur Zahnlücke eine große Ähnlichkeit zu Anne Frank aufweist. Der Film ist sehr realistisch dargestellt und hat trotz der Dramatik in einigen Szenen wunderschöne Bilder und ein tolles Licht. Natürlich ist es nie einfach ein Buch in einen Film zu pressen und oft misslingt das. Der Film zum Tagebuch von Anne Frank jedoch enthält alle wichtigen Informationen und spielt mit Bildern, um die Gesamtsituation besser darzustellen, ohne dass man das Gefühl hat, die Geschichte wäre nicht richtig erzählt. Was ich persönlich gut umgesetzt fand, war das Ende. Nachdem Anne und der Rest der Bewohner aufgeflogen waren, hat sie ja das Buch eigentlich nicht weiter geschrieben. Im Film wird Ihre Geschichte jedoch bis nach Auschwitz fortgesetzt, sodass man sich ein Bild davon machen kann, wie eine Deportation damals ablief. Das ist auch in sofern informativ, wenn man wie ich schon in Auschwitz war. Der Eindruck von dort wird noch mal komplettiert und man ist erst recht davon überzeugt, dass sich die Geschichte niemals wiederholen darf. Ich ging also mit gemischten Gefühlen aus dem Kino. Auf der einen Seite nach wie vor zutiefst erschüttert über Anne Franks Schicksal, gleichzeitig jedoch begeistert über die gelungene Verfilmung des Tagebuchs. Ich denke, Anne hätte der Film gefallen.

Das Tagebuch der Anne Frank

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Urheberrechtsstreit

Da sich 2015 der Tod von Anne Frank zum 70. Mal jährte, ist vermeintlich auch das Urheberrecht ausgelaufen. Deshalb wurden Auszüge des Tagebuchs am 01.01.2016 in den Niederlanden online kostenlos veröffentlicht. Dagegen möchte der Anne Frank Fonds aus der Schweiz, der Alleinerbe der Autorenrechte ist, rechtlich vorgehen. Der Fonds, der von Annes Vater Otto Frank gegründet wurde, ist der Ansicht, dass der Urheberschutz noch nicht ausgelaufen ist, da die Tagebücher selbst nicht sofort nach Anne Franks Tod veröffentlicht wurden. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis hier eine Entscheidung gefallen ist.

Ganz gleich, wie der Rechtsstreit um das Urheberrecht ausgehen wird. Ich bin der Meinung, dass die Ausgabe des Tagebuchs, die ich Euch hier vorstelle, am besten geeignet ist, sich ein Gesamtbild über Anne Frank und allgemein über die Situation der Juden im Dritten Reich zu machen. Die einzelnen Tagebücher von Anne sind so zusammengefasst, dass die Zusammenhänge gut erkennbar sind und die Dramaturgie, die Anne als angehende Schriftstellerin so wichtig war, erhalten bleibt.

Kann man Originalschauplätze besichtigen?

Das sogenannte Hinterhaus, in dem Anne Frank und die anderen Bewohner sich versteckt hielten, steht nach wie vor in Amsterdam und dient mittlerweile als Museum. Auf www.annefrank.org/de/ findet man alle Informationen dazu, wie zum Beispiel Öffnungszeiten und Anfahrt. Außerdem findet man einen virtuellen Rundgang, falls es einem nicht möglich ist, sich das Haus vor Ort anzusehen. Für alle, die nach Amsterdam fahren und das Haus besichtigen wollen, bietet sich auf der Homepage die Möglichkeit Online-Tickets zu kaufen, da man in der Zeit von 09:00 Uhr bis 15.30 Uhr nur mit einem solchen Online-Ticket hineinkommt. Lediglich nach 15:30 Uhr ist es möglich, an der Museums-Kasse ein Ticket zu kaufen. Man sollte sich darauf einstellen, dass man lange am Eingang ansteht, nach wie vor herrscht großes Interesse an der Geschichte Anne Franks.

Die meisten KZ sind mittlerweile Gedenkstätten, so auch Auschwitz, das erste KZ, in das Anne deportiert wurde. Es ist im Vergleich zu allen anderen KZ noch am besten erhalten, die meisten Gebäude stehen noch. Auch sind dort noch Haare, Koffer und Kleidung der Häftlinge erhalten, die veranschaulichen sollen, wie massiv und pervers die damalige Massenvernichtung war. Auschwitz ist dadurch jedoch auch ziemlich harte Kost und mir stehen bis heute die Haare zu berge, wenn ich nur daran denke. Deshalb empfehle ich jedem, der Auschwitz besichtigen möchte, das mit einer Reise nach Krakau oder durch Polen zu verbinden, um einen Kontrast zu haben. Durch die gute Lage an der A4 die von Deutschland aus durch Polen führt, bietet es sich an, eine kleine Rundreise zu machen. Die wichtigsten Stationen sind hier Breslau und Krakau, damit hat man schon zwei der schönsten Städte Polens abgedeckt. Reiseführer für Polens Süden findet ihr hier.*

Und man kann natürlich auch die Gedenkstätte KZ Bergen-Belsen – das KZ, in dem Anne Frank gestorben ist – in der Nähe von Hannover besichtigen.

Gibt es Unterrichstmaterial zu Anne Frank?

Auf der Homepage zum Anne Frank Haus www.annefrank.org/de/Bildungsarbeit/ gibt es unter dem Menüpunkt „Bildungsarbeit“ verschiedene Informationen und Materialien für Lehrer. Außerdem gibt es einige Unterrichtsmaterialien – unter anderem auch mit Kopiervorlagen – bei Amazon.*

Wo finde ich Informationen für ein Referat über Anne Frank?

Wenn du ein Referat über Anne Frank halten sollst/willst/musst, empfehle ich dir, in jedem Fall das Buch zu lesen, falls du das noch nicht gemacht hast. Aber auch auf der Seite des Anne Frank Hauses www.annefrank.org/de sowie der Seite des Anne Frank Zentrums www.annefrank.de findet man weitere interessante Informationen und Material, die für ein Referat nützlich und sinnvoll sein können.

Gibt es noch mehr Biografien oder Tagebücher von Zeitzeugen des zweiten Weltkriegs?

Es gibt leider (denn wenn es keinen Krieg gegeben hätte, gäbe es auch keine Bücher darüber, und Krieg will ja nun wirklich niemand) aber auch zum Glück (Zeitzeugen-Berichte sind wichtig zur Aufarbeitung aber auch zur Mahnung an nachfolgende Generationen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt) unzählige Biografien von Menschen, die den zweiten Weltkrieg oder die Judenverfolgung erlebt haben.

Hier aber ein paar Bücher, die ich selbst gelesen habe und die ich empfehle, ohne dafür einen separaten Beitrag zu schreiben:

Miklós Nyiszli – Ich war Doktor Mengeles Assistent*
In dem Buch beschreibt ein ehemaliger Häftling, der gezwungen wurde, Doktor Mengele in Auschwitz bei seinen perversen und menschenunwürdigen medizinischen Experimenten zu assistieren, seinen Alltag in Auschwitz.

Als die Deutschen weg waren – Was nach der Vertreibung geschah: Ostpreußen, Schlesien, Sudetenland*
Besonders interessant für alle, die wie ich in Schlesien, Ostpreußen oder Sudetenland geboren sind oder deren Vorfahren von dort kommen. Aber auch für alle Anderen ist es sicher nicht uninteressant, zu sehen, wie es nach dem Krieg weiter ging.

Gideon Greif – „Wir weinten tränenlos…“ – Augenzeugenberichte des jüdischen „Sonderkommandos“ in Auschwitz*
Ehemalige Häftlinge berichten von Ihrer „Arbeit“ an den Gaskammern und Krematorien in Auschwitz.


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